Glossar

Fachbegriffe klar und kompakt erklärt.

Ein Nachschlagewerk für zentrale Begriffe aus Zuverlässigkeitstechnik, Lebensdauer, Erprobung, DoE und technischem Risikomanagement.

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A

Ausfallmechanismus
Physikalischer, chemischer, elektronischer oder softwarebezogener Vorgang, der zu einem Funktionsverlust führt.
Ausfallrate
Zeitabhängige Rate, mit der Einheiten einer betrachteten Population ausfallen.
Ausfallwahrscheinlichkeit
Wahrscheinlichkeit, dass eine Einheit bis zu einem festgelegten Zeitpunkt oder Nutzungsumfang ausfällt; häufig als F(t) dargestellt.

B

B10-Lebensdauer
Zeit oder Nutzung, bis zu der statistisch zehn Prozent einer Population ausgefallen sind.
Badewannenkurve
Modellhafter Verlauf der Ausfallrate mit Früh-, Nutzungs- und Verschleißphase.
Beschleunigte Lebensdauererprobung
Erprobung unter erhöhten, physikalisch begründeten Belastungen, um Ausfälle schneller zu beobachten und mit einem geeigneten Beschleunigungsmodell auf Einsatzbedingungen zu übertragen.
Bq-Lebensdauer
Zeit oder Nutzung, bis zu der ein Anteil q einer Population ausgefallen ist; die B10-Lebensdauer ist der häufige Sonderfall mit q = 10 %.

D

Dependability
Überbegriff für die Fähigkeit einer Einheit, die geforderte Leistung bei Bedarf zu erbringen; umfasst insbesondere Zuverlässigkeit, Instandhaltbarkeit, Unterstützbarkeit und die daraus resultierende Verfügbarkeit.
Design for Reliability (DfR)
Konstruktiver Ansatz, der Zuverlässigkeit systematisch in Anforderungen und Produktentwicklung integriert.
Design of Experiments (DoE)
Statistische Versuchsplanung zur effizienten Untersuchung von Faktoren, Wechselwirkungen und Zielgrößen.

E

Ermüdungsausfall
Ausfall infolge wiederholter oder wechselnder mechanischer Beanspruchung.

F

Fault Tree Analysis (FTA)
Deduktive Fehlerbaumanalyse, die mögliche Ursachen eines unerwünschten Top-Ereignisses logisch strukturiert.
Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA)
Systematische Methode zur Analyse möglicher Fehlerarten, ihrer Ursachen, Folgen und Maßnahmen.
Felddatenanalyse
Auswertung von Betriebs-, Nutzungs-, Ausfall- und gegebenenfalls zensierten Daten aus dem realen Einsatz eines Produkts.
Frühausfall
Ausfall zu Beginn der Nutzungsdauer, häufig ausgelöst durch Fertigungs-, Montage- oder Materialfehler.

H

Health Monitoring
Überwachung technischer Zustände, um Veränderungen und kritische Entwicklungen früh zu erkennen.
Highly Accelerated Life Testing (HALT)
Entwicklungsverfahren, das Produkte stufenweise über den vorgesehenen Einsatzbereich hinaus belastet, um konstruktive Grenzen und verborgene Schwachstellen zu finden; HALT ist kein statistischer Lebensdauernachweis.

K

Konfidenzgrenze
Einseitige oder zweiseitige Grenze eines Konfidenzintervalls, die die Unsicherheit einer aus Stichprobendaten geschätzten Größe ausdrückt.
Konfidenzniveau
Vorab festgelegtes Vertrauensniveau, beispielsweise 90 oder 95 Prozent, mit dem ein statistisches Schätz- oder Nachweisverfahren arbeitet.

L

Lastkollektiv
Beschreibung von Höhe, Häufigkeit, Dauer und Reihenfolge der Belastungen, denen ein Produkt während seiner Nutzung ausgesetzt ist.
Lebensdauer
Zeit, Lastwechsel oder Nutzung bis zum Erreichen eines definierten Ausfallkriteriums.
Lebensdaueranalyse
Statistische und technische Auswertung von Ausfallzeiten, zensierten Daten und Einflussbedingungen.
Lebensdauererprobung
Versuch zur Ermittlung oder Absicherung des zeit- beziehungsweise nutzungsabhängigen Ausfallverhaltens unter festgelegten Belastungen und Ausfallkriterien.
Lebensdauermodell
Mathematische Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Belastung, Zeit und Ausfallverhalten.

M

Maintainability
Fähigkeit eines Systems, unter definierten Bedingungen instand gehalten oder wiederhergestellt zu werden.
Mean Time Between Failures (MTBF)
Mittlere Betriebszeit zwischen aufeinanderfolgenden Ausfällen eines reparierbaren Systems.
Mean Time To Failure (MTTF)
Mittlere Zeit bis zum Ausfall einer nicht reparierbaren Einheit.
Mean Time To Repair (MTTR)
Mittlere Zeit, die zur Wiederherstellung eines reparierbaren Systems benötigt wird.
Missionsprofil (Mission Profile)
Strukturierte Beschreibung der tatsächlichen Nutzung und Umgebungsbedingungen über die Zeit, aus der relevante Lasten und Prüfbedingungen abgeleitet werden.

P

Prognostics and Health Management (PHM)
Methoden zur Zustandsbewertung, Fehlerprognose und Planung geeigneter Instandhaltungsmaßnahmen.

R

RAMS
Gemeinsame Betrachtung von Reliability, Availability, Maintainability und Safety zur Bewertung technischer Systeme über ihren Lebenszyklus.
Reliability Block Diagram (RBD)
Logische Darstellung, wie die Zuverlässigkeit von Komponenten die Systemfunktion beeinflusst.
Reliability Engineering
Ingenieurdisziplin zur Planung, Analyse, Erprobung, Absicherung und Prognose technischer Zuverlässigkeit.
Risikobewertung
Analyse und Bewertung technischer Risiken nach Eintrittsmöglichkeit und Auswirkung, um Prioritäten und geeignete Maßnahmen festzulegen.
Risikomanagement
Fortlaufender Prozess zum Identifizieren, Bewerten, Behandeln und Überwachen technischer Risiken über den Produktlebenszyklus.
Robustheit
Fähigkeit eines Produkts oder Prozesses, Anforderungen trotz unvermeidbarer Streuung von Material, Fertigung, Umwelt und Nutzung zu erfüllen.
Root Cause Analysis (RCA)
Strukturierte Untersuchung, um die grundlegende Ursache eines Fehlers oder Ausfalls zu bestimmen.

S

Stichprobe
Ausgewählte Teilmenge einer Grundgesamtheit, aus deren Beobachtungen Aussagen über die Population abgeleitet werden.
Stress Screening
Belastungsverfahren zur Erkennung latenter Fertigungs- oder Montagefehler vor dem Feldeinsatz.
Systemverfügbarkeit
Anteil der Zeit, in der ein System funktionsfähig und einsatzbereit ist.
Systemzuverlässigkeit
Zuverlässigkeit des Gesamtsystems, die sich aus Systemstruktur, Abhängigkeiten, Redundanzen und den Eigenschaften seiner Elemente ergibt.

V

Validierung
Bestätigung durch objektive Nachweise, dass ein Produkt oder System die Anforderungen und Bedürfnisse der vorgesehenen Anwendung erfüllt.
Verifikation
Bestätigung durch objektive Nachweise, dass festgelegte Anforderungen oder Spezifikationen erfüllt sind.
Verschleißausfall
Ausfall durch fortschreitende Alterung, Abnutzung oder Materialdegradation.

W

Weibull-Analyse
Statistisches Verfahren zur Beschreibung von Lebensdauer, Streuung und charakteristischem Ausfallverhalten.

Z

Zensierte Daten
Beobachtungen, bei denen der genaue Ausfallzeitpunkt nicht vollständig bekannt ist, etwa weil eine Einheit bis zum Ende der Beobachtung nicht ausgefallen ist.
Zuverlässigkeit
Wahrscheinlichkeit, dass ein Produkt seine geforderte Funktion unter definierten Bedingungen über eine festgelegte Zeit erfüllt.
Zuverlässigkeitsabsicherung
Abgestimmte Kombination aus Analysen, Simulationen, Erprobung und Dokumentation, mit der die Erfüllung definierter Zuverlässigkeitsanforderungen begründet wird.
Zuverlässigkeitsnachweis
Dokumentierte technische oder statistische Begründung, dass ein festgelegtes Zuverlässigkeitsziel unter definierten Bedingungen und mit vereinbartem Vertrauensniveau erreicht wird.
Zuverlässigkeitsplanung
Festlegung, Zuordnung und Verfolgung von Zuverlässigkeitszielen, Methoden, Verantwortlichkeiten und Nachweisen im Produktentwicklungsprozess.
Zuverlässigkeitsziel
Messbare Anforderung an Funktion, Nutzungsbedingungen, Dauer und zulässiges Ausfallniveau eines Produkts oder Systems.