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Webinar: Beschleunigte Lebensdauertests

HALT und ALT klingen ähnlich, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Der Beitrag ordnet qualitative und quantitative Teststrategien fachlich ein.

Die ähnliche Bezeichnung von Highly Accelerated Life Test (HALT) und Accelerated Life Test (ALT) führt in der Praxis leicht zu falschen Erwartungen. Das Webinar schafft eine gemeinsame Grundlage und zeigt, welche Frage der jeweilige Test tatsächlich beantworten kann.

HALT untersucht Schwachstellen und Robustheitsgrenzen; ALT bewertet Lebensdauer mithilfe eines Beschleunigungsmodells
Das Webinar ordnet HALT und ALT in qualitative und quantitative Zuverlässigkeitstests ein und macht ihre unterschiedlichen Aussageziele sichtbar.

HALT und ALT beantworten verschiedene Fragen

HALT dient vor allem dazu, Robustheitsgrenzen und Schwachstellen früh sichtbar zu machen. Ein ALT soll dagegen zeitabhängige Ausfälle unter erhöhten, aber physikalisch begründeten Belastungen schneller erzeugen und eine quantitative Übertragung auf die Nutzung ermöglichen. Ein HALT-Ergebnis ist deshalb nicht automatisch ein statistischer Lebensdauernachweis.

Der Ausfallmechanismus bleibt die Leitplanke

Ein beschleunigter Test ist nur belastbar, wenn er dieselben relevanten Ausfallmechanismen adressiert wie der reale Einsatz. Zu hohe Temperatur, Last oder Schwingung kann einen neuen Mechanismus erzeugen und damit zwar schnelle Ausfälle, aber keine übertragbare Lebensdaueraussage liefern. Vor der Prüfplanung stehen deshalb Schadenshypothese, Einsatzprofil und zulässiger Belastungsbereich.

Beschleunigungsmodell und Unsicherheit

Für die Übertragung werden Belastung, Lebensdauer und Modellannahmen gemeinsam betrachtet. Ob ein Arrhenius-, Eyring- oder Potenzansatz passt, hängt vom Mechanismus und von der Datenlage ab. Neben dem Schätzwert müssen auch Streuung, Konfidenz und der Gültigkeitsbereich der Extrapolation dokumentiert werden.

Vom Test zur Entwicklungsentscheidung

Eine gute Teststrategie legt vorab fest, ob Schwachstellen gefunden, ein Modell identifiziert oder eine Zuverlässigkeitsanforderung nachgewiesen werden soll. Erst dieses Ziel bestimmt Prüflinge, Laststufen, Abbruchkriterien und Auswertung. So wird Beschleunigung zum Mittel für eine konkrete Entscheidung und nicht zum Selbstzweck.

Mehr zur Erprobung

Vertiefen Sie, wie Prüfziel, Lastkollektiv, Stichprobe und Auswertung zu einer belastbaren Lebensdaueraussage verbunden werden.